NRW - CUP 2008 - ein 10. jähriges Jubiläum

 

Burkhard

Bernd

Thomas

Ingolf


Zurück an den Ufern des Regattasegelns. Nach zehn Jahren und sechs Teilnahmen steht fest. Der Glanz ist weg. Durch die Einführung der Gruppenwertungen IMS und ORC gab es schon immer Schwierigkeiten seine Gegner im Auge zu behalten. Doch in diesem Jahr waren auch noch H-Boote am Start. Mit 70 Teilnehmern ist das Feld auch weit weg von den Glanzjahren mit 150 Yachten.

 

 

Um es vorweg zu nehmen, die enttäuschende Stimmung setzt sich durch die ganze Veranstaltung, aber dazu später. Mit dem Auto Anreise am Mittwoch gegen 1900 Uhr, wobei wir großes Glück hatten mit den Verkehrsbedingungen. Dann Yacht suchen, eine Doufor hatte ich gechartert aber die fanden wir nicht. Wir, das sind Bernd, Thomas, Ingolf und ich. Ich rief an und bekam die Antwort, unser Schiff ist noch gar nicht aus dem Winterlager ins Wasser gekommen. Super, zweiter Schock, als Ersatz eine 32 Fus Bavaria mit dem Namen Mäxchen. Ihr wisst ja, was Max nicht lernte - lernt ......................... Der Komfort stimmte doch der Yardstick ging in den Keller. Von vorher 104 auf 107 und das ohne Leichtwindsegel. Jammern gilt nicht und so machten wir uns am Donnerstag auf Trainingstörn. Wende, Startmanöver und Kurshalten standen auf dem Programm. Meine Mitsegler haben zwar Erfahrungen mit dem Segeln, doch mit Regatta bisher noch keine Berührungen gehabt. Mit 35kn Wind ging es auch gut zur Sache und ein Leichtwindsegel würde ich bei diesem Wind nicht vermissen. Zwischen den Tonnen EZ3 und Sport C ging es bis 13.00 Uhr hin und her. Auf dem Rückweg noch eine Böenwalze die sich schon ankündigte und schweren Regen mitbrachte. Thomas am Steuer hatte voll zu tun und unsere Regensachen wurden wenigstens gebraucht. Als Entspannung ging es noch in Richtung Schleuse um der DEKO-Marina einen Besuch abzustatten und gleich weiter durch die Schleuse. Die Batavia liegt noch da, wir haben es kontrolliert. Wenden und zurück durch die Schleuse mit Ziel Flevo-Marina. Nach knapp 25sm und sechs Stunden Übung reichte es auch. Ich musste ja noch zur Regattaleitung und unseren Start bestätigen. Startnummer 25 - ein Ziel war ausgegeben. Es ist Freitag und um 0800 Uhr ist Skipperbesprechung. Man merkt an der Atmosphäre schon, so locker wie es mal zuging geht es nicht mehr. Verbaler Schlagabtausch ist angesagt. Auch Ingo von Quwo  Vadis war da. Nach Jahren wieder mal gesehen und erkannt Ingo macht neben dem Segeln auch noch Boxen. Er war mit Christa zur Inforunde gekommen. Ihr wisst, der laufende Meter auf dem Vorschiff bei Ingo. Der Wind sollte drehen und um die beiden Läufe durchführen zu können wurde Treff Sport C genommen. Alle da hin und die Jury steckt dort die Strecke ab.Beide Läufe fanden unter guten Bedingungen statt. Bei den Rücktouren liefen wir unter "Schmetterling" und hatten gegenüber Crews mit Spie aber ohne Erfahrungen kaum Rückstand. Am Wind kamen wir stark auf. Eine 37 Fus Bavaria wurde unser Maß der Dinge. Sie musste schneller sein und schaffte keinen nennenswerten Vorsprung. Auch gab es wieder das Manöver "Fahne zeigen".

 

 

Ihr wisst, Spie oben und beide Schoten los. Einen schöneren und größeren Wimpel kann man nun wirklich nicht fahren. In beiden up/down konnten wir einen sechsten Platz belegen unter IMS Wertung. Mit knapp 31sm zor sich die Veranstaltung bis 1645 Uhr hin. Rein in die Box und Anlegerbier auf. Wer die gemütlichen Runden in der Hafenkneipe noch kennt, vergesst es. Es wurde umgebaut um somit Platz für Tische zu haben. Dadurch kommt mehr Niveau rein aber die Stimmung bei solchen Ereignissen ist weg. Die Mannschaft maulte auch noch über das Bier - schmeckt nicht - so das es an die eigenen Reserven ging. Es ist Samstag und heute kommt die Langstrecke. Schon beim Aufstehen merkte man das sich kein Lüftchen zeigte. Mir graute schon vor den Vorwindkursen. Bei der Besprechung dann die traurige Wahrheit. Kein Wind und wenn dann nur thermisch und auch drehend. Genau das richtige für eine 32 Bavaria die selbst gegen einen Mercedes im Wasser ohne Wind keine Chance hat. Ich will wirklich nicht das Auto beleidigen.

 

 

Doch es wurde gestartet. Wir machten einen "Driftstart" oder kurz gesagt, wir standen an der Startlinie und warteten darüber zu rutschen. Dazu kam, das einige ganz schlaue gegen unsere Richtung starteten und dachten sie hätten Recht. Kurz vor dem Start wurde auch noch die Luvboje versetzt und das Chaos war perfekt. Für mich gab es nur noch kein Ramming zu machen alles andere findet sich. Es ging zur ersten Tonne die aber nicht mehr da stand wo sie in der Karte eingetragen ist. Dort war ein Sperrgebiet wegen Baggerarbeiten. Allein schon diese letzten Sachen zeigen wie Unsicher und Überfordert die Regattaleitung war. Erst hinterher fand ich heraus, das Klaus Milchereck die Leitung abgegeben hatte. Ein neuer Mann und viele Fehler. Wir fanden die Tonne, auch schneller als die Bavaria 37 und es ging hoch am Wind zur nächsten Tonne. Der Kurs gefällt einer Bavaria überhaupt nicht. Sie lief zwar gut doch die Höhe fehlte am Ende schon. Eine weitere Kreuz welche andere nicht machen brauchten und wir lagen hinten. Bei der HR5 angekommen musste entschieden werden auf welchen Bug geht es weiter. Da Ingolf nach dem Start das Steuer übernommen hatte - seine Entscheidung. Es findet nur jemand die Lust an Regattasegeln, wenn er auch Entscheidungen treffen muss. Da wir das Feld vor uns hatten konnte nichts passieren. Langsam gingen uns die Gegner aus. So das wir uns beim Erreichen der Tonne  (Brückenschlag östl. Flevoland) einen Holzkahn suchten der auch kein Leichtwindsegel hatte. Wir trieben gemeinsam in Richtung Tonne und hatten 2,5sm vor uns. Jetzt kamen die großen Ideen wie Besenstiel ins Vorsegel, Handtücher an die Reling, Schlafsäcke raus usw.. Bei kaum noch Wind kannst Du machen was Du willst. Nicht klapp und sieht nur blöd aus. Doch das größte Problem war die einsetzende Wärme und der Angriff von Mücken. Es kam noch schlimmer, denn der Holzkahn gab über Funk die Meldung ab - Holzkahn gibt auf - ?? Auf einmal hatten wir keinen Gegner mehr. Der letzt war auch noch von uns gegangen. Endlich Tonne und runter mit halben Wind zum Festland wo die letzte Tonne stand. Doch oh Graus, von dort bis ins Ziel 5sm vor dem Wind. Beim durchrechnen fiel auf, das dann kein Zielschiff mehr da ist. Die ersten waren im Ziel und 90min danach wir das Ziel geschlossen. Hier kommt unser Fehler den ich aber mir anschreiben muss, da ich meine Mitsegler davon überzeugt habe wenigstens noch innerhalb der zeit im Ziel zu sein. Wir liefen mit halben Wind und nicht hoch am Wind und somit war die letzte Tonne nicht zu runden. Das dies ein Regelverstoß ist war klar doch ins Ziel wollten wir auch. Was wir uns aber vornahmen war, nicht die Platzierung durcheinander bringen. Wir machten warmes Mittagessen und ließen alle vorbei welche die letzte Tonne ordnungsgemäß gerundet hatten. Als alle vorbei waren zogen wir wieder dicht und gingen über die Ziellinie. ABER es gibt immer einen der alles sieht und der auch am Ende schaut ob man richtig segelt. Protest heißt das Zauberwort. Wir hatten ihn am Hals  und da wir ehrlich sein wollten, gaben wir diesen auch zu. Wir hatten nichts mit Rängen zu tun da könnte man es auch einfacher sehen. Wir wurden um  (wie viel weiß ich nicht) Plätze nach hinten gepackt und landeten auf dem 9.Platz. Hier taten wir der Wertung von Pokalen keinen weh. Nach 24sm war für uns um 1700 Uhr auch dieser Törn beendet und das Freibier was es gab schmeckte auch uns. Aber jeder wuße von unserer Abkürzung. Zu diesem Zeitpunkt waren wir mehr im Gespräch als der Sieger. Auch schön. Beim NRW werden die Platzierungen in Punkte umgewandelt. Das bedeutet für uns zweimal 6. Platz und einmal 9. Platz mach 21 Punkte. Die Sieger (es gab drei) hatten jeweils 3. Punkte weil drei Siege in den Gruppen. In der Wertung fielen die H-Boote raus und es kamen 60 Yachten in die Zählung. Mit zwei anderen Yachten zusammen kamen wir mit unseren 21 Punkten auf den 29.Platz von 60 Yachten. Mehr ist nicht drin ohne richtige Besegelung. Am Abend dann die Siegerehrung - klar dabei sein ist alles doch gewinnen macht bestimmt auch Spaß. Jedenfalls sah das so bei den Besatzungen aus die Preise bekamen.

Noch ein Fazit:
Nach der Siegerehrung verließen viele Crews die Veranstaltung. Alles Mannschaften mit Sponsor und Einheitskleidung. Die feierten unter sich und leckten sich vielleicht sogar gegenseitig die Flügel. Der Rest wie wir hofften auf die Tombola - Pustekuchen die gibt es nicht mehr da die Sponsoren lieber Mannschaften unterstützen. Gut dann trinken wir einen. Auch ein Problem, denn die Wertmarken wurden abgeschafft weil nicht alle zurückkamen und somit Bier übrig war. Also Musik hören und abrocken, auch schwer weil keiner auf die Fläche geht da die Musik am Publikum vorbei spielte. Die waren gut, doch passte das eher zu einem Konzert. Es blieb noch aushalten und quatschen. Schlecht bei lauter Musik und dann gab es frühe Verabschiedungen und die Halle war leer. Die Musiker merkten das auch und machten Schluss und so hätte man um 2400 Uhr schon selig schlafen können. Für mich die letzte Veranstaltung. Ich bin gerne bereit wenn das Boot und dessen Besegelung es zulassen um Gruppenpreise mit zu kämpfen. Für Spaß an der Freude gibt es zu wenig Freude. Die wurde dem NRW-Cup genommen!!!
Nachlesen auf der Seite des Veranstalters unter:  http://www.nrwcup.de

Bis die Tage

Burkhard

1. Lauf = 6. Platz
2. Lauf = 6. Platz
3. Lauf = 9. Platz nach DNF

Insgesamt 21 Punkte  = Platz 29.

 

Bericht von Ingolf : Link